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Der Archäologische Park in Sovana

Der Archäologische Park in Sovana

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Unternehmen Sie einen Spaziergang auf den Spuren der Etrusker. Das Volk der Etrusker, das einst das gesamte westliche Mittelmeer beherrschte, hat in der Toskana zahlreiche Spuren hinterlassen. Im Archäologischen Park von Sovana kann eines der monumentalsten Gräber der Etrusker besucht werden. Auch die Vie Cave, in Tuffstein geschlagene Hohlwege, sind ein faszinierendes Relikt der Vergangenheit.

Der Archäologische Park von Sovana liegt im Hinterland der Maremma, in der toskanischen Provinz Grosseto. Der Park befindet sich etwas ausserhalb der Stadt, in einem großen Waldgebiet, auf der Straße nach San Martino sul Fiora. Hinweisschilder am Straßenrand führen zu einem kostenlosen Parkplatz und dem Eingang zum Archäologischen Park. Am Pförtnerhaus kauft man das Eintrittsticket und erhält einen Lageplan mit den verschiedenen Grabmälern und Sehenswürdigkeiten, die man im weitläufigen Park besichtigen kann. Das waldige Gelände bietet zugleich einen schönen Rahmen für den ausgiebigen Spaziergang, den man zwangsläufig unternehmen muss, möchte man alle Fundstellen anschauen.

Der weiche Tuffstein der Region um Sovana eignete sich hervorragend für die Grabstätten der Etrusker. Sie schlugen die teilweise monumentalen Grabmäler in den Tuffstein, wobei nicht die Größe der Nekropole sondern deren formenreiche Ausgestaltung die Wichtigkeit eines Grabmals hervorhob. Einige besonders gut erhaltene Grabmäler findet man im Archäologischen Park von Sovana.

Tomba Ildebranda

Die Grabanlage Tomba Ildebranda ist das größte noch erhaltene etruskische Tempelgrab. Es ist vermutlich um 200 v. Chr. entstanden und wurde zu Ehren des Mönches Hildebrand aus Sovana, der spätere Papst Gregor VII., so benannt. Die sichtbare Grabarchitektur wurde aus Tuff geschnitten und hat die Form eines Tempels mit ursprünglich sechs freistehenden Säulen an der Front und jeweils vier Säulen an den Seiten. Der Tempel war früher mit einer Putzschicht verkleidet und farbig bemalt. Einer der beiden vorhandenen Grabeingänge führt zu einer kreuzförmigen Grabkammer, die wohl für eine sehr bedeutende Person aus Sovana errichtet wurde. Entdeckt wurden die Nekropole Tomba Ildebranda im Jahr 1924.

Tomba del Tifone

Ca. 100 m östlich der Tomba Ildebranda befindet sich die Nekropole Tomba del Tifone. Dies ist ein sogenanntes Ädikula-Grab, d. h. es hat eine Umrahmung in Form einer Tempelfront mit Säulen und Giebeln.

Tomba Pola

In ca. 300 m westlicher Richtung liegt das Grabmal Tomba Pola, das ebenfalls mit einer Tempelarchitektur versehen ist. Leider ist nur noch eine Säule übrig geblieben.

Le Vie Cave

Die mittelalterlichen Orte Pitigliano, Sorano und Sovana sind von einem riesigen Netz unterirdischer Gänge durchzogen. Diese in Tuffstein gegrabenen Hohlwege sind teilweise bis zu 15 m tief. Die Sonne dringt dort kaum durch und das Klima ist kühl und feucht in den Hohlwegen, selbst an den heißesten Sommertagen. Die Etrusker haben diese Hohlwege in den Tuffstein geschlagen – der genaue Grund für das Anlegen dieser geheimnisvollen Vie Cave ist bis heute nicht genau geklärt. Natürlich boten diese Wege in damaligen Zeiten Schutz vor Angreifern, dies mag einer der Gründe gewesen sein. Eine andere Erklärung hat einen religiösen Hintergrund. Eine Legende sagt, dass die Vie Gave „heilige Straßen“ waren, die die Totenstätten mit den Lebenden verband. Eine weitere etwas banalere Erklärung wird mit der Kanalisation von Regenwasser belegt. Viele der korridorartig angelegten Hohlwege sind noch unentdeckt aber einige sind freigelegt und zu besichtigen. Im Archäologischen Park von Sovana können die Via Cava di San Sebastiano, die Via Cava Il Cavone und Via Cava di Poggio Prisca besichtigt bzw. durchwandert werden.

Der Archäologische Park in Sovana ist übrigens Teil des Archäologischen Parks Città del Tufo. Eröffnet wurde dieser im Jahr 1998 durch die Stadtverwaltung von Sorano mit dem Ziel, das Gebiet des Tuffsteins mit seinem wichtigen historischen und kulturellen Erbe zu schützen und seine Bekanntheit zu vergrößern.
Das Tuffsteingebiet im Südosten der Provinz Grosseto umfasst die Gemeinden von Sorano, Pitigliano und einen Teil von Castell’Azzara.

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