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Reiseziel Florenz

Ponte Vecchio in Florenz

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Neben Rom und Venedig ist Florenz eine der wichtigsten Städte Italiens mit einem überwältigendem Reichtum an Geschichte, Kunst und Kultur. Die berühmte Stadt am Arno zieht jährlich Millionen von Besuchern in ihren Bann. Ein einziger Tag reicht kaum aus, um sich die Sehenswürdigkeiten von Florenz anzuschauen und das Flair der Stadt auf sich wirken zu lassen.

Florenz ist zugleich Hauptstadt der Toskana und der Provinz Florenz. Mit ca. 380.000 Einwohnern (ohne Randbezirke) befindet sich die Stadt in der nördlichen Region der Toskana in der Flussniederung des  Arno, der durch die Altstadt fließt. Im Norden von Florenz verläuft der Höhenzug des toskanisch-emilianischen Apennins während im Süden die sanften Hügel der Chianti-Region liegen.

Historischer Hintergrund

Die Geschichte der Stadt, die 59 v. Chr. begann, als Julius Cäsar eine Kolonie mit dem Namen Florentina im fruchtbaren, teilweise noch sumpfigen Arnotal, errichtete, liest sich spannend wie ein Roman. In den ersten Jahrhunderten nach Gründung der Kolonie entwickelte sich Florenz zu einem wichtigen Handelszentrum. Im 12. Jahrhundert errang Florenz eine Vormachtstellung in der Toskana und wurde 1110 zum Stadtstaat. Das mittelalterliche Florenz wurde zum Zentrum der europäischen Finanzwelt und bedeutender Standort für Kultur sowie Leder- und Seidenhandel. Mitte des 13. Jahrhunderts lieferten sich die Guelfen (Anhänger des Papstes) und Ghibellinen (dem Kaiser treu ergeben) erbitterte Machtkämpfe und die Stadt fand keine Ruhe. 1348 hielt die Pest Einzug und raffte fast die Hälfte der Bevölkerung dahin. In dem darauf folgenden Jahrhundert blühte die Stadt wieder auf, vor allem im Jahr 1434, als Cosimo de Medici die Macht an sich riss. Als bedeutender Kunstmäzen förderte er die Kunst und die Wissenschaft. In dieser Zeit gewannen große Künstler wie Brunelleschi, Luca della Robbia Botticelli, Donatello und später natürlich auch Michelangelo, Leonardo da Vinci und Galileo Galilei an Berühmtheit.
Die reiche und mächtige Familie der Medici wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts aus der Stadt vertrieben als der Dominikanermönch Girolamo Savonarola, unterstützt von dem gemeinen Volk, dem Prunk und der Maßlosigkeit der Medici ein Ende setzte. Im Zuge dieser „moralischen Reinigungsaktion“ landeten einige bedeutende Kunstwerke und Luxusgegenstände auf dem Scheiterhaufen, der auf der Piazza della Signoria errichtet wurde, dem „Scheiterhaufen der Eitelkeiten„. Ein Jahr später landete der als Ketzer gebrandmarkte Mönch selbst auf dem Scheiterhaufen. Es folgte eine republikanische Regierung bis im Jahr 1512 die Medicis in die Regierung zurückkehrten und im Jahr 1737 der letzte Medici starb. Danach wurde Florenz von österreichischen Großherzögen regiert, bis Anfang des 19. Jahrhunderts Napoleon Italien eroberte. Erst 1861 wird Florenz wieder Teil des Vereinigten Italiens. Im 2. Weltkrieg war die Stadt von 1943 bis 1944 von deutschen Truppen besetzt. Am 2. Juni 1946 wurde in Italien die Republik ausgerufen.
Im November 1966 ereilte Florenz eine schwere Flutkatastrophe, die viele Einwohner obdachlos machte und zahlreiche Kunstschätze beschädigte.
Florenz hat im Laufe der Jahrhunderte eine große kulturelle Bedeutung erhalten. Jedes Jahr wird die Stadt von Touristen aus aller Welt besucht und somit ist der Hauptwirtschaftszweig des modernen Florenz der Tourismus. Auch als Mode- und Handelsstadt hat sich die größte Stadt der Toskana einen Namen gemacht – namhafte Modehäuser wie Gucci oder Prada sind hier ansässig und auch der Weinhandel ist nicht unbedeutend.

Klima und Reisezeit in Florenz

Florenz befindet sich in einer gemäßigten Klimazone. Die Temperaturen im Sommer können sehr hoch werden (über 40°C). Die meisten Sonnentage können laut Klimatabelle im Juli verzeichnet werden, die wenigsten im Dezember. Der November ist meist der regenreichste Monat, während die Monate Juli und August meist die trockendsten sind.

Die angenehmste Reisezeit für einen Besuch der Stadt Florenz ist das Frühjahr und der Herbst bei gemäßigten Temperaturen. Auch die Wintermonate ohne lange Touristenschlangen an den Museumskassen sind für eine entspannte Städtereise sehr empfehlenswert. Jedoch sollte man sich im Voraus erkundigen, ob einige der Museen oder Sehenswürdigkeiten im Winter geschlossen sind. Da es meist sehr schwierig ist, während der Osterfeiertage und den Monaten Mai, Juni, September und Oktober Übernachtungsmöglichkeiten spontan zu reservieren, da zu dieser Zeit die wichtigsten Messen in Florenz stattfinden, sollte man frühzeitig buchen und auch die Randbezirke von Florenz bei der Suche nach einer Unterkunft mit einbeziehen.

Reisetipp für einen Tagesausflug nach Florenz

Ein Reisetipp: Zu empfehlen ist ein Standort in einem etwas günstigeren Agriturismo oder Landhaus außerhalb der Stadt. Praktisch ist es, mit öffentlichen Verkehrsmitteln in den Stadtkern von Florenz zu fahren um nicht stundenlang einen kostenpflichtigen Parkplatz suchen zu müssen. Hier bietet sich z. B. das sehr komfortable Landhaus San Giusto in Empoli an. Von Empoli nach Florenz besteht eine sehr gute Bahnverbindung, eine Fahrt dauert ca. 0,5 Std. und kostet nur 3,10 €. Neben dem Bahnhof von Empoli gibt es einen großen Parkplatz (außerhalb der Hauptsaison kostenfrei!).

Unterwegs in Florenz / Verkehr in Florenz

Wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Florenz reisen möchte, ist der Hauptbahnhof Stazione di Santa Maria Novella ein guter Orientierungs- bzw. Startpunkt. Fast alle wichtigen Sehenswürdigkeiten sind von dort aus fußläufig gut zu erreichen. Fast alle Überandbusse und Stadtbusse halten an den Terminals des Hauptbahnhofs. Bustickets muss man im Voraus kaufen, entweder an den Automaten im Bahnhof oder an Zeitungsständen oder einigen Bars. Achtung: Ab 21.30 Uhr ist der Busverkehr nur noch stark eingeschränkt tätig.
Wer es sich zutraut, mit dem Pkw in Florenz hineinzufahren sollte folgende Tipps beachten:
Der größte Teil der Innenstadt ist für Anwohner reserviert und wird als Zona di Traffico Limitato bezeichnet. Touristen bzw. Nicht-Anlieger dürfen nur zum Be- oder Entladen kurzzeitig vor den Hotels anhalten. Die historischen Plätze von Florenz, z. B. Piazza della Signoria, Piazza S. Croce etc. sind komplett für den Autoverkehr gesperrt und als Fußgängerzone (Zone pedonale) deklariert. Abgesehen von den gebührenpflichtigen Parkplätzen gibt es mittlerweile keine anderen Parkmöglichkeiten im Innenstadtbereich. Widerrechtliches Parken oder das Überschreiten der Parkzeit kann sehr teuer werden! Man beachte bitte, dass für das Parken auf blau eingerahmte Parkflächen ein Ticket am Automaten gezogen werden muss. Die weiß eingerahmten Parkplätze sind für Anwohner gedacht.
In Florenz gibt es einige groß angelegte Parkplätze und Parkhäuser, die auch Tagestarife anbieten. Diese sind meist die günstigste Variante wenn man einen Tagesausflug in Florenz absolviert. Eine gute Übersicht über die Lage der größten Parkplätze und -häuser sowie deren Tarife  bietet die Website www.firenzeparcheggi.it.

Shoppen in Florenz

Die Via Tornabuoni (am Palazzo Strozzi) ist eine der nobelsten und kostspieligsten Einkaufsmeilen von Florenz. Hier findet der modebewusste Tourist edle Boutiquen mit Bekleidung, Accessoires und Schmuck der berühmtesten Designer wie Gucci, Dolce & Gabbana, Armani, Versace, Trussardi etc.

Zahlreiche kleine Schmuckläden drängen sich nebeneinander an der Ponte Vecchio.

Neben den vielen Geschäften gibt es auch einige Märkte in den verschiedenen Stadteilen, die frisches Gemüse, Obst, sonstige Lebensmittel aber auch Lederwaren und Souvenirs anbieten:
Mercato di San Lorenzo, Via dell’Ariento – die größte Lebensmittelmarkthalle von Florenz erstreckt sich über zwei Etagen. Im Erdgeschoss bieten die Händler Fleisch, Fisch und Käse an während in der 1. Etage Gemüse und Obst verkauft wird.
Mercato Cascine, entlang des Arno-Ufers zwischen Ponte della Vittoria und dem Stadtviertel Isolotto. Dieser große Wochenmarkt findet jeden Dienstag von 8.00 bis 13.00 Uhr statt und hat sowohl Lebensmittelstände als auch Kleidung und Einrichtungsgegenstände im Angebot.

Veranstaltungstipps Florenz

In Florenz finden zahlreiche traditionelle Festlichkeiten aber auch viele Events wie Konzerte, Musikfestivals, bunte Straßenfeste, Messen und Ausstellungen statt. Nachfolgend ein grober Überblick über die wichtigsten regelmäßigen Events in Florenz:

Scoppio del Carro, jeweils Ostersonntag
Ein von zwei Ochsen gezogener Karren fährt vor dem Dom vor, während im Inneren des Doms die Messe gehalten wird.  Ein auf dem Karren befestigter Holzkasten ist mit Feuerwerkskörpern bestückt, die entzündet werden

Maggio Musicale Fiorentino, jeweils von April bis Ende Juni in verschiedenen Theatern von Florenz
Für Liebhaber der klassischen Musik ist dieses Festival ein wirkliches Spitzen-Event. Seit über 70 Jahren findet alljährlich eine Reihe von klassischen Konzerten sowohl international bekannter Musiker aber auch noch unbekannter Künstler statt. Einen genauen Veranstaltungskalender findet man hier: www.maggiofiorentino.com

Calcio Storico Fiorentino, jeweils um den 24. Juni herum auf der Piazza Santa Croce
Traditionelles Fußballspiel in historischen Kostümen, in dem die Mannschaften der vier historischen Stadteile gegeneinander antreten. Die Regeln der heutigen Spiele sind immer noch so alt wie ihr Ursprung im 16. Jahrhundert, daher geht es bei dem Spiel teilweise sehr derbe zu.  Der Auftakt der Spiele beginnt mit einem langen Festzug , welcher sich von der Kirche Santa Maria Novella zur Piazza Santa Croce bewegt. Den krönenden Abschluss des Spektakels stellt ein riesiges Feuerwerk, genannt I Fochi di San Giovanni.

L’Estate Fiorentina jeweils von Juni bis September in ganz Florenz
Während der Monate Juni, Juli, August und September finden an verschiedenen Plätzen in Florenz zahlreiche Konzerte, Straßentheateraufführungen, Lesungen, Ausstellungen und Straßenfeste statt.

Sehenswürdigkeiten in Florenz

Die gar nicht so wahnsinnig große Stadt Florenz quillt wahrlich über an Sehenswürdigkeiten, Museen und kunsthistorisch interessanten Gebäuden. Herausragend ist im wahrsten Sinne des Wortes der Dom von Florenz, der mit seiner roten Kuppel und dem weißbunten Glockenturm das Panorama der Stadt prägt.

Duomo Santa Maria del Fiore
Der Florentiner Dom ist die viertgrößte christliche Kirche Europas und überragt weithin sichtbar die Stadt Florenz. Mit einer Länge von 153 m und einer Breite von 38 m können 4.000 bis 5.000 Menschen im Dom Platz finden. Mit dem Bau wurde im Jahr 1296 begonnen, Arnolfo di Cambio begann mit den Arbeiten und nach dessen Tod wurden sie von Francesco Talenti fortgeführt. Filippo Brunelleschi vollendete mit dem Bau der Kuppel das Werk. Die faszinierende Außenfassade, wie sie heute zu sehen ist, wurde allerdings erst um 1875 fertig gestellt. Sie ist mit rotem, schwarzem und weißem Marmor verkleidet. Filigrane Fresken und Skulpturen schmücken die Fassade.
Die große rot geziegelte Kuppel des Doms hat einen Durchmesser von 45 Metern und ist 107 Meter hoch. Sie gilt als Meisterwerk der Renaissance. Das Kuppelgewölbe ist mit Fresken bemalt, die das Jüngste Gericht darstellen. Bereits im Jahr 1366 wurde der Bau der Kuppel vom Stadtrat beschlossen, jedoch traute sich kein Baumeister an dieses gigantische Projekt. Erst 1418 übernahm Filippo Brunelleschi diese Arbeiten, die 1436 abgeschlossen wurden. Die Kuppel wurde mit einer komplett neuartigen Konstruktionsart von Brunelleschi errichtet, die seinerzeit sehr viel Aufsehen erregte. Die Innenbemalung übernahm erst Giorgio Vasari und anschließend Federico Zuccari. Der Aufstieg zur Domkuppel ist ein besonderes Erlebnis, der sagenhafte Blick über die Stadt aus 50 Meter Höhe belohnt die Mühe. Allerdings sollte man 100%ig davon überzeugt sein, diesen Weg antreten zu wollen, denn wegen des engen Aufstiegs ist ein Umkehren unterwegs nicht mehr möglich.
An der Südseite des Doms erhebt sich der 84 m hohe Glockenturm – Il Campanile. Entworfen wurde der Turm von Giotto, der jedoch vor der Fertigstellung starb. Es sind 12 Glocken im Turm angebracht, die heute über einen elektrischen Antrieb verfügen. Die weiß-grün-rote Marmorfassade ist mit einzigartigen Flachreliefs von Andrea Pisano und Luca della Robbia verziert, die die Schöpfung der Menschheit sowie die Künste und Gewerbe darstellen. 414 Stufen führen im Inneren auf den Turm – der Ausblick ist fantastisch!

Baptisterium San Giovanni
Gegenüber dem Dom Santa Maria del Fiore steht Il Battistero San Giovanni, einer der frühesten Florentiner Bauten. Die Taufkirche, in der bereits Dante getauft wurde, wurde wahrscheinlich zwischen 1059 und 1150 errichtet, das genaue Datum der Errichtung ist unbekannt. Die Außenwände des achteckigen Gebäudes sind mit Platten aus weißem Carrara-Marmor und grünem Marmor aus Prato verkleidet. Eine Besonderheit sind die drei Eingangsportale mit kostbaren Bronzereliefs, welche die Geschichte und Erlösung der Menschheit bildlich darstellen. Das Südportal wurde 1336 von Andrea Pisano gestaltet und stellt Situationen aus dem Leben Johannes des Täufers (San Giovanni Battista) dar, dem diese Kirche gewidmet ist. Das Nordportal wurde 100 Jahre später von Lorenzo Ghiberti errichtet, seine Fertigstellung dauerte 20 Jahre. Es zeigt in 28 Feldern Begebenheiten aus dem Leben Christi sowie die vier Evangelisten und die vier Kirchenväter. Das Paradiestor an der Ostseite des Gebäudes stellt ein wahres Meisterwerk von Lorenzo Ghiberti dar. Es werden 10 Begebenheiten aus dem Alten Testament dargestellt. Über 25 Jahre wurden für die Fertigstellung dieses Werkes benötigt. Inzwischen wurde die Originalpforte gegen eine Kopie eingetauscht. Das Original befindet sich im Museo dell’Opera del Duomo. Auch das Innere des Baptisteriums ist sehr beeindruckend. Prachtvolle Mosaikarbeiten von venezianischen Steinschneidern zieren den Innenraum. An der Decke oberhalb der Chornische befindet sich ein Mosaik, das einen Menschen fressenden Satan darstellt, über ihm Jesus auf einem Regenbogen.

Piazza della Signoria
Dies ist einer der berühmtesten Plätze Italiens, eingerahmt von einer beeindruckenden Gebäudekulisse, dem Palazzo Vecchio und der Loggia dei Lanzi mit Skulpturen bedeutender Florentiner Bildhauer.  Seit dem 14. Jh. stellte dieser Platz das politische Zentrum der Stadt dar. Auch heute noch ist der Platz stets mit Leben gefüllt . Neben dem Palazzo Vecchio steht der von Bartolomeo Ammanatis entworfene marmorne Neptun-Brunnen, dessen Bau 1565 von den Medicis in Auftrag gegeben wurde und der die Seemacht der Toskana darstellen soll. Neben dem Brunnen steht Donatellos Löwe Marzocco mit den Stadtwappen, der florentinischen Lilie, der Freiheit und Kraft symbolisieren soll sowie ein Reiterstandbild von Cosimo I..
Nicht zuletzt sei hier die berühmte Statue des David von Michelangelo erwähnt, die den Eingang zum  Palazzo Vecchio bewacht. Sie ist zwischen 1501 und 1504 als erste Monumentalstatue der Hochrenaissance  entstanden und wohl die bekannteste Statue der Kunstgeschichte. Sie zeigt David mit der Steinschleuder an der Schulder, bereit zum Kampf gegen Goliath. Auf der Piazza della Signoria steht allerdings nur eine Kopie, das Original befindet sich in der Galleria dell’Accademia in Florenz.
Wer etwas auf sich hält, genießt das Treiben auf dem Platz bei einem Capuccino im „Rivoire“, dem schönsten Café der Stadt.

Palazzo Vecchio
Der Palazzo Vecchio, früher auch unter den Namen Palazzo Ducale oder Palazzo della Signoria bekannt, wurde zwischen 1298 und 1314 errichtet und ist heute Sitz der kommunalen Verwaltung und teilweise Museum. Der von außen eher schlicht wirkende Bau besticht durch seinen prunkvollen Innenhof im Renaissance-Stil. Die Säulen des Innenhofs wurden 1565 mit vergoldetem Stuck überzogen, die Wände sind mit beeindruckenden Fresken verziert. In der Mitte des Innenhofs thront auf einer Porphyrschale der Bronzeputto Verrocchios, der sich früher mit Wasserkraft um seine eigene Achse drehte. Die große Treppe Vasaris führt in die 1. Etage, die eine Kunstsammlung aus städtischem Besitz beherbergt. Der berühmteste Raum ist der Saal der Fünfhundert. Michelangelo und Leonardo da Vinci waren ursprünglich damit beauftragt, diese Saalwände mit Fresken über die beiden Schlachten der Republik zu schmücken. Leider wurde dieses Projekt nicht so beendet, wie geplant. In der 2. Etage gibt es einige Räume zu besichtigen, die mit beeindruckenden Fresken verziert sind, z.B. der Saal der Elemente oder der Liliensaal. Vor dem Hauptportal des Palazzo Vecchio stehen eine Kopie des Davids von Michelangelo sowie die Statue Herkules und Cacus von Baccio Bandinelli – sie stellen sozusagen die Torwächter dar. Verlässt man den Palazzo Vecchio in Richtung Süden gelangt man auf die Via del Ninna zu den Uffizien.

Galleria degli Uffizi – Uffizien
Nur einige Schritte entfernt rechts vom Hauptportal des Palazzo Vecchio befindet sich der Eingang zu den Uffizien. Die Galleria degli Uffizi ist als größte Gemäldegalerie Italiens weltbekannt und bietet den Besuchern einen umfassenden Überblick über die italienische Malerei des 12. bis 17. Jahrhunderts. Die Fülle der Meisterwerke ist überragend. In 45 Sälen werden über 1.500 Exponate ausgestellt, sowohl Gemälde als auch antike Skulpturen und Gobelins. Zu den vielleicht bedeutendsten Kunstwerken gehören u. a. die Geburt der Venus von Sandro Botticelli und Die Anbetung der Könige von Leonardo da Vinci. Ursprünglich wurde der Palazzo 1559 von Cosimo I. als Gebäude für die Büros der Ministerien und Ämter in Auftrag gegeben (das Wort „Uffizi“ heißt übersetzt Büro). Dies stellte eine schwierige Aufgabe für den Hofarchitekten Vasari dar. Ganze Häuserreihen wurden damals abgerissen, damit das neue Gebäude errichtet werden konnte. Jahre später veranlasste Francesco I, die Räume im Obergeschoss als Galerie zu nutzen. Nachfolgend wurden im Westflügel Werkstätten für Kunsthandwerker eingerichtet und im Laufe der Zeit wurde das Gebäude komplett zum Museum. Üblicherweise besteht in den Uffizien ein großer Touristenandrang, daher ist es ratsam, bereits frühmorgens anzutreten oder Tickets im Voraus zu bestellen. Dies kann man telefonisch oder online tun. Viele Hotels oder Agriturismi sind aber auch bei der Vorab-Reservierung behilflich. Es gibt auch sog. Combi-Tickets, die den Eintritt zu mehreren Museen gewähren und etwas günstiger sind, teilweise gelten diese Tickets für 2 oder mehrere Tage. Weitere Informationen: www.uffizi.firenze.it oder www.weekendafirenze.com Wer die Kunstschätze in den Uffizien in Ruhe und ohne Touristenmassen besichtigen möchte, reist am besten während der Wintermonate November, Januar, Februar und März nach Florenz.

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